Aus ganz besonderem Holz geschnitzt

von Studieninspektor Jürgen Plötze

Bild: Ilya Bolotov / Fotolia.com

 

Kannst Du daraus noch was machen?

Der zweite Sturm in diesem Herbst war übers Land gegangen. Jetzt aber ließ der Wind nach – und die Sonne kam heraus. Es wurde nochmal richtig schön. Und so stellten wir den Kaffeetisch – ein letztes Mal vielleicht- nach draußen. Mein Blick fiel auf den abgebrochenen Zweig des Nussbaums. „Kannst Du daraus noch was machen?“, fragte ich Christoph.

Denn ich wusste, dass er in seinem Keller eine kleine Werkstatt eingerichtet hatte. „Viel ist da nicht drin“, erwiderte er.  „Vielleicht einen kleinen Teller oder einen Kerzenständer. Auf jeden Fall natürlich einen Anhänger, wie beim Weihnachtsbaum.“ Und dann erzählte er von einer Tradition, die Mareike und er begründet hatten, seit sie selber Kinder haben.

Eine Scheibe vom Baum des Vorjahres

„Bevor wir den Tannenbaum am 6. Januar an den Straßenrand legen, sägen wir immer eine schmale Scheibe von seinem Stamm ab.
Und daraus schnitzte ich dann einen kleinen Anhänger. Mit einem ganz besonderen Motiv. Vorher haben wir gemeinsam überlegt, was im vergehenden Jahr besonders war, worüber wir uns freuen konnten, wofür wir dankbar sind. Dafür versuchen wir ein Symbol zu finden.
Und im kommenden Jahr schmückt auch das den neuen Weihnachtsbaum.

So wird er von Jahr zu Jahr persönlicher und immer reicher geschmückt“. Als ich kurz danach zurück nach Loccum fuhr, habe ich überlegt, was in diesem Jahr für mich besonders schön gewesen ist – und ob ich mir nicht doch mal wieder einen Tannenbaum kaufen sollte.

Der Autor

Jürgen Plötze

Jürgen Plötze

Studieninspektor am Predigerseminar Loccum