Die Finsternis hat's nicht ergriffen

von Vikar Jan Höffker

Bild: Herby Me / fotolia.com

 

Rituale

Ich selbst kam bisher auch gut mit wenig aus – wenig Adventsgeklimper. Ein Adventskranz. Na klar. Sonst? Eher nichts. Seit vier Jahren haben meine Frau und ich aber eine Tochter. Und Kinder brauchen das. Rituale, meine ich. Das hab ich gelernt – steht so in jedem Erziehungsratgeber.

Und so haben wir letztes Jahr versucht, es uns im Advent so richtig schön gemütlich zu machen. Haben Kerzen beklebt, einen Adventskranz gebunden – also insgesamt so ein bisschen übertrieben. Dazu habe ich sogar noch einen Stollen gebacken. Mit Rosinen – natürlich.

Kerzen anzünden

Und ich muss schon zugeben: seitdem wir das machen, ist es schon eine irgendwie andere Zeit – der Advent. Gerade in den Stunden am Spätnachmittag, wenn der Tag in die Nacht übergeht. Dann eine Kerze entzünden, still werden, Stollen essen – na klar –, aber auch sehen, wie meine kleine Tochter jeden Tag die Kerzen des Adventskranzes ansteckt – hochkonzentriert und unter großer Anspannung. Und wie sie dann von dieser stillen Freude ergriffen wird: Bald wird es wieder Weihnachten sein. Und auch dieses Jahr soll es wieder schön werden. Auch dieses Jahr wird das Licht wieder in unsere Dunkelheit hinausstrahlen und die Dunkelheit hat’s nicht ergriffen (Joh 1,5).

Da hat mich meine Tochter wohl doch noch gekriegt.

Der Autor

Jan Höffker

Jan Höffker

Vikar in der Apostelgemeinde Northeim

Apostelgemeinde Northeim