Perfektion!?

 

 

 

 

 

 

Bild: mubus / fotolila.com

 

Perfektion!?

1000 Weihnachtsbäume. 100 Hektar. Eine Gärtnerei. Irgendwo steht er bestimmt – unser Weihnachtsbaum. Mein Mann und ich machen uns auf die Suche. Ein schöner Baum soll es sein. Nicht zu groß und nicht zu klein, halt gerade richtig. Dazu buschig und nicht krumm gewachsen, nur so passen viele Kugeln dran. So gehen wir durch die Baumreihen. „Was ist mit dem hier?“ „Zu schief, der kippt uns samt Ständer einfach um.“ „Und der hier?“ „Ganz schön kümmerlich, oder? Frustriert stehen wir wieder am Eingang. Rechts von uns werden fertig verpackte Tannenbäume verkauft. „Los wir nehmen jetzt einen von denen!“, entscheidet mein Mann. „Du weißt doch gar nicht wie der ohne Netz aussieht!“, widerspreche ich.

Das Wohnzimmer leuchtet trotzdem

Die Suche nach dem schönsten, geradesten, buschigsten Baum, muss das sein? Ein Teil von mir sagt ja. Die ganze Familie kommt Weihnachten zu Besuch, da soll alles so schön wie möglich sein. Der richtige Baum bringt das Wohnzimmer doch erst zum Strahlen.
Aber Gott kommt doch auch in einen unperfekten Stall zu uns unperfekten Menschen. Müsste ich dann nicht mit einem krummen, kahlen Baum zu schätzen wissen? Gott nimmt mich an. Unperfekt wie ich bin. Kann ich da Perfektion fordern?
Zuhause stellen wir den Baum in den Ständer. Begeistert bin ich nicht. Und dann siegt doch der andere Teil in mir. Das Wohnzimmer leuchtet ja trotzdem.

Die Autorin

Nina Junghans

Nina Junghans

Vikarin in der Auferstehungskirchengemeinde Reppenstedt

Auferstehungskirchengemeinde Reppenstedt